Es gibt noch andere Bezeichnungen für diese Erkrankung:
Der Typ-1-Diabetes ist eine chronische, lebenslängliche Erkrankung, der eine Störung in der Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zugrunde liegt. Für diese Art der Erkrankung gibt es bisher keine Heilung. Wie bei allen anderen Formen des Diabetes ist der Stoffwechsel von Kohlenhydraten (einschl. Zucker wie Glukose), Fett und Eiweiß gestört. Im Typ-1-Diabetes produzieren die so genannten Betazellen der Bauchspeicheldrüse kein oder zu wenig Insulin. Das Insulin ist ein wichtiges Hormon, das den Transport des Energielieferanten Glukose in die Körperzellen reguliert. Ohne eine ausreichende Konzentration von Insulin reichert sich Glukose im Blutstrom an, anstatt in die Zellen zu gelangen. Der Körper ist nicht in der Lage, diese Glukose zur Energiegewinnung zu nutzen, der stoffwechselbedingte Energiemangel ruft ein Hungergefühl hervor. Durch den hohen Blutzuckerspiegel steigt auch die Urinproduktion, was wiederum übermäßigen Durst verursacht. Etwa fünf bis zehn Jahre, nachdem sich ein Diabetes vom Typ 1 manifestiert hat, sind die Betazellen des Pankreas vollständig zerstört und kein Insulin wird mehr produziert. Die allgemeinen Symptome sind deutlich:
Zur Diagnostik des Diabetes gibt es eine Reihe von Tests. Standardmäßig wird beim Verdacht auf eine Zuckerkrankheit die Glukosekozentration in Blut und Urin bestimmt. Zusätzlich kann der HbA1c-Wert bestimmt werden. Dies gibt Aufschluss über die Einstellung des Diabetes über die letzen drei Monate. Bei über 90 Prozent der Diabetiker lassen sich auch Antikörper gegen die Betazellen nachweisen. Steht die Diagnose fest, ist es wichtig, durch weitere Untersuchung von Blutwerten, Nieren, Augen, Nerven und Füße eventuelle Folgeschäden zu erkennen und gegebenenfalls zu behandeln. Zu Beginn der Behandlung steht das sofortige Absenken des hohen Blutzuckerspiegels durch Injektion von Insulin. Zur genaueren Einstellung und der nicht selten schwierigen Symptomatik kann dazu ein stationärer Aufenthalt notwendig sein. Langfristig besteht das Therapieziel in der Erhaltung der Lebensqualität durch Milderung des diabetischen Symptomkomplexes und Verhindern von schweren Komplikationen wie Erblindung, Nierenversagen oder Amputationen. Dies beinhaltet auch die Schulung des Patienten im Gebrauch des Insulins, Ernährungsberatung, sorgfältige Blutzuckerbestimmung, Gewichtskontrolle und Beobachtung der Füße.
Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon. Es senkt den Blutzuckerspiegel, indem es den Übergang von Glukose aus dem Blutkreislauf in die Zellen ermöglicht. Menschen, die an Typ-1-Diabetes leiden, können kein eigenes Insulin mehr bilden und müssen es täglich ihrem Körper zuführen. Insulin wird unter die Haut injiziert, in einigen Fällen auch ununterbrochen mittels einer Injektionspumpe. Eine orale Einnahme etwa über Tabletten ist nicht möglich. Es gibt verschieden Formen des Insulins, die sich in Wirkungseintritt und -Dauer unterscheiden. Es ist möglich, verschieden Sorten Insulin zu kombinieren, um eine optimale Steuerung des Blutzuckerspiegels zu erzielen. Die Injektionen sind von einem bis vier Mal täglich erforderlich. Bei Kindern übernimmt das in der Regel ein Elternteil oder eine andere erwachsene Bezugsperson. Ab etwa dem 14. Lebensjahr sind die meisten Patienten in der Lage, die Injektionen selbst vorzunehmen.
Die Zusammensetzung, Menge und zeitliche Planung der Mahlzeiten sollen im optimalen Zusammenspiel mit der Insulintherapie stehen. Wird dies nicht erreicht, können extreme Schwankungen des Blutzuckers die Folge sein. Eine ausführliche Unterrichtung der Patienten durch geschultes Personal in diabetologischen Fachpraxen, Diabetes-Ambulanzen oder spezialisierten Kursen von Tageskliniken sind enorm wichtig.
Die Kontrolle des Blutzuckers erfolgt durch die Untersuchung eines kleinen Tropfen Blutes im Blutzuckermessgerät oder durch Teststreifen. Sie erfolgt regelmäßig und gibt wertvolle Informationen darüber, wie gut Ernährung und Medikation zusammenarbeiten, um den Zuckerspiegel zu regulieren. Nur durch die ständige Kontrolle seines Blutzuckers können ernste Komplikationen frühzeitig erkannt bzw. vermieden werden.
Wichtige Voraussetzung für eine langfristig erfolgreiche Therapie ist die eigenverantwortliche Mithilfe und Einsicht des Patienten. Befolgen Sie deshalb die Empfehlungen und Verordnungen des Sie betreuenden Personals.
Es sei nochmals erwähnt, dass der Diabetes mellitus Typ 1 nicht heilbar ist. Ob und wie stark Komplikationen auftreten, hängt davon ab, wie gut der Blutzucker eingestellt ist. Ein optimales Zusammenwirken zwischen Ernährung, Stoffwechsellage, Medikation und Selbstkontrolle des Patienten kann die Prognose der Erkrankung erheblich verbessern und diabetische Spätschäden verhindern helfen.